Farnborke
Rinde, die sich in Wedeln schält — als hätte ein Farn gelernt, ein Baum zu sein.
Was in Lichterra wächst, wurzelt und rankt — aufgezeichnet dort, wo der Boden aus Vulkanasche besteht und die Luft nie ganz trocken wird.
Die hier verzeichneten Gewächse stammen aus den Zwillingslanden, einer der fünf Regionen der Feuerberge. Zwischen den beiden Vulkanen, den Basaltklippen der Küste und den dampfenden Bachläufen des Landesinneren ist auf fruchtbarem Vulkanboden ein üppiger gemäßigter Regenwald entstanden — nach allem, was die Akademien wissen, die artenreichste Landschaft der westlichen Feuerberge.
Aufgezeichnet von Dekan Hansi Parrakas der Akademie zu Askau in „Landschaften Lichterras" (940 n. A. E.). Die Feldforschung in den Feuerbergen gilt als riskant: Bewohnt werden sie vom Volk der Askavin, das Fremde selten willkommen heißt.
Gewächse, die die Arkane Explosion nicht überstanden haben, ohne sich zu verändern. Sie wachsen wie Bäume, verhalten sich aber nicht wie welche.
Rinde, die sich in Wedeln schält — als hätte ein Farn gelernt, ein Baum zu sein.
Ihre Borke glüht in den Furchen nach, lange nachdem das Feuer durchgezogen ist.
Nadeln so lang wie ein Unterarm. Wer darunter steht, hört den Wind anders.
Zu den arkanoiden Gewächsen liegt noch keine Abhandlung vor — die Chronik zeigt bislang nur, was gezeichnet wurde. Weitere Infos folgen.
Uralte Nadelwälder im Flachland, Bergwälder und Feuerwüsten im Hochland — die Bäume der Zwillingslande wachsen auf Vulkanboden und im ewigen Ascheregen.
Im Unterholz der Regenwälder und an den Rändern der Thermalfelder. Manche tragen Beeren, die in jeder Askavin-Siedlung geerntet werden.
Sie nehmen sich, was steht: Stämme, Felsen, Mauern. In der ständig feuchten Luft der Zwillingslande wuchern sie besonders üppig.
Kräuter, Gräser und Blumen — vom Getreide der Felder bis zu den Blüten, die im diffusen Licht unter dem Blätterdach stehen.
Wo Nebel, Steigungsregen und Dampf zusammenkommen, gedeihen sie am dichtesten. Sie überziehen Basalt, Totholz und Bachufer.
Auf dem fruchtbaren Vulkanboden und dem Totholz der Nadelwälder. Einige sind Grundnahrung, andere kennt man nur aus Warnungen.
In den Wasserfällen, dampfenden Bachläufen und warmen Tümpeln der Region — dort, wo Geothermik das Wasser nie ganz erkalten lässt.
Pflanzen und Pilze, die nicht wegen ihres Anblicks verzeichnet sind, sondern wegen dessen, was sich aus ihnen brauen lässt. Jede von ihnen hat einen eigenen Eintrag im Kompendium.
Wächst dort, wo das Feuer schwieg. Asche im Kelch, Glut im Saft.
Schlingt sich um alte Mauern. Ihr Saft soll Wunden schließen — oder öffnen.
Symbolpflanze der Kronlande. Goldener Saft, bitterer Geschmack.
Trägt der Wind in goldener Faser. Geweiht den Höfen, gefürchtet von Heilern.
Wehrhaft, kühl, im Mondlicht silbern. Zutat vieler Gegengifte.
Wächst nur in der Stunde zwischen Tag und Nacht. Sucher müssen ihn dort fassen.
Verlässlich, unauffällig, ausnahmslos heilsam. Ein Freund jedes Wanderers.
Sein Hut webt das Licht zu Mustern. Selten — und an den Höfen unbezahlbar.
Vergiftet Brunnen und Geister gleichermaßen. Im Kaiserreich verboten.
Sein Schleier dämpft jeden Klang. Gefährlich für Lauscher, Segen für Schläfer.
Klima, Meeresströme und Vulkane bestimmen, was in welcher Region Lichterras gedeiht.