Erstes Buch

Die Welt

Lichterra und die Anderwelt — zwei Existenzebenen, geschaffen aus verschiedenen Händen, getrennt durch die Sonne und verbunden durch die Portale.

Genesis

Die Schöpfung Lichterras

Den Sagen nach wurde Lichterra einst von sechs Göttern erschaffen. Dolgrim formte Land, Berge, Wüsten und Inseln — und das Volk der Zwerge. Nauron goss Meer, Seen und Flüsse aus. Lux schuf die Sonne, ihr Gegenspieler Umbrox den Mond und die Dunkelheit. Zephyra brachte die Winde, das Wetter — und das Volk der Menschen. Als Letzte schuf Fae die Pflanzen und Tiere des Kontinents.

Die Götter wandeln heute nicht mehr in Lichterra. Sie wirken transzendent, durch Glauben. Wer ihre Lehren lebt, dem schenken sie Macht in Form von Göttermagie.

Landschaft Lichterras
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„Drei Sonnen verdunkelten sich, statt Wärme strahlen sie nur noch Furcht."

Anderwelt

Die zweite Welt

Die Anderwelt wurde vom Allvater erschaffen, der unter Amnesie in der Leere erwachte. Mit seiner Reinen Arkanik formte er Landschaften, drei Sonnen — und schuf die ersten Engel, jeden mit einem Fragment seiner Macht.

Doch er war nicht allein erwacht. Zwist, die Erzdämonin, nährte sich heimlich an der Arkanik und korrumpierte einzelne Engel zu Dämonen. Im großen Krieg fiel die Anderwelt. Der Allvater riss in seiner Verzweiflung Portale nach Lichterra auf und opferte sich selbst in der Sonne — und verteilte so die Arkanik über die ganze Welt.

Schutz

Sonne, Mond und die Finsternis

Helligkeit

Das Sonnenlicht — auch das „Heilige Licht" genannt — stammt von Lux. Es verbrennt Dämonen und reine Schwarzarkanik zu Asche.

Dunkelheit

Der Mond, von Umbrox geschaffen, reflektiert nachts die Sonne. Die Sicht wird schwer, doch der Einfluss des Lichts bleibt.

Finsternis

In der Anderwelt herrscht sie bereits. Ein Zustand ohne jeden Sonnenstrahl — und das Ziel der Dämonen für Lichterra.

Meteorologie

Das Klima Lichterras

Wo die Sonne wandert, wandern die Jahreszeiten — und die Meere tragen Wärme und Kälte an die Küsten.

Sonne und Mond umkreisen Lichterra in stetem Wechsel — niemals stehen sie zugleich am Firmament. Exakt 24 Stunden brauchen sie für eine volle Umrundung; so zählt Lichterra seine Tage. Doch ihre Bahn ist kein starrer Kreis: Die Winde der Zephyra lassen die Himmelskörper zwischen zwei Extrempunkten pendeln, auf und ab, in immer wiederkehrender Form.

Erreicht die Sonne ihre nördlichste Bahn, spricht man von der Sommersonnenwende — sie führt schräg von Südwesten nach Nordosten über die Weiße Wüste, das Kaiserreich und den östlichsten Teil der Lichtlande. Ihre südlichste Bahn ist die Wintersonnenwende: knapp östlich der Dracheninsel durch die südlichen Gewässer, knapp nördlich von Raddaland und mitten durch Rafftor. Aus diesem Pendeln entsteht der Jahreszyklus.

Der Sonnenkorridor

Der Bereich zwischen den Bahnen von Sommer- und Wintersonnenwende. Hier herrscht ganzjährig warmes bis heißes Klima — Jahreszeiten prägen sich kaum aus.

Die Schattenkorridore

Alles außerhalb des Sonnenkorridors. Hier wechseln die Jahreszeiten mit der Bahn der Sonne — und je weiter ein Land vom Sonnenkorridor entfernt liegt, desto stärker schwanken sie und desto kälter wird es.

Auch die von Nauron geschaffenen Meere formen das Klima: Vier große Ströme spülen warmes oder kaltes Wasser an die Küsten Lichterras.

Drachenstrom

Bringt aus dem Südwesten warmes Wasser an die Westküsten von Günes, Weißer Wüste und Dracheninsel, an die Fangzahninsel sowie an die Westküste von Feuerbergen und Nebelmoor — wärmer, als die Sonne allein es erklären würde.

Reinfeuerstrom

Fließt aus dem Westen und sorgt an der Nordküste der Feuerberge sowie an den Küsten von Aschklipp, Widderlande, Rabenlande und den westlichen Jamjama-Bergen für leicht erhöhte Temperaturen.

Südstrom

Erwärmt aus dem Südosten die südlichen Inseln des Freistaats — Bakuga, Raddaland, Rafftor — sowie die Ostküsten der Kaiserlichen Inseln stark.

Reifstrom

Der kalte Strom aus dem Nordosten: kühlt Eisinsel und Ketteninsel, die Ostküsten von Frostlanden und Nordgrad, die Welleninsel, den nordöstlichen Elbenwald, Altglanz, die gesamte Küste der Lichtlande und die Nordostküste der Donnersteppe.

Wo Reifstrom und Südstrom aufeinandertreffen — vor der Donnersteppe, der Insel Weißstein und den Südlanden des Kaiserreichs — brauen sich oft Stürme und Unwetter zusammen. Handelsgilden hingegen machen sich die Ströme zunutze: Der Drachenstrom trägt Schiffe auf der Südwestroute rasch nach Norden, der Reifstrom bringt sie aus dem Nordosten schnell gen Süden.

Beide Karten dazu im Atlas ansehen →

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Aus den verbotenen Schriften

Das Aeternium

Die heilige Schrift eines vergessenen Kultes — der einzigen, die sich noch erinnern.

„Alles begann mit dem Einen. Er ist ein Wesen, so alt wie Zeit selbst und so mächtig wie nie zuvor ein Wesen war oder je sein wird. Er ist der Uralte — der Schöpfer allen Lebens, dessen Namen in Lichterra niemand kennt. Niemand, außer uns, dem Kult des ersten Glaubens." — Aus dem ersten Buch des Aeternium

Erstes Buch

Das Zeitalter der Schöpfung

Der Uralte schuf die sechs Götter — jeden mit einer Domäne, aus welcher er schöpfte. Die Götter schufen Lichterra: Land und Berge, Meer und Wind, Sonne und Mond, Pflanzen und Tiere. So entstand die Welt und das Leben darin.

Zweites Buch · Der Verrat

Das Zeitalter der Eintracht

Der Uralte wandelte unter den Sterblichen. Sie liebten ihn — und vergaßen die Götter. Aus Lux' verletztem Stolz, Naurons Jähzorn und Zephyras Langeweile schmiedeten sie einen Pakt. Sie lockten ihn in eine Falle, teilten seinen Leib und warfen ihn über den Rand der Welt. Mit dem Mord verloren sie ihre eigenen Körper.

Drittes Buch · Heute

Das Zeitalter der Götter

Die Präsenz des Uralten schwand. Konflikte erwachten. Aus Not wandten sich die Sterblichen den alten Göttern zu. Diese gewährten ihren Gläubigen Macht in Form von Magie — solange sie ihren Lehren folgten. Jeder Kult wetteifert seither um Zulauf. Der Verrat wurde vergessen. Außer von uns.

Die Lehren des Aeternium widersprechen jedem Tempel des Reiches und werden als Häresie verfolgt. Wer sie liest, tut dies auf eigene Gefahr.

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Klänge

Was die Skalden singen

Lichterras Geschichte lebt nicht nur in Schriften — sie wird gesungen. Die Lieder des Nordens, zum Anhören.

Vetrblóð Altes Skaldenlied · Jarltümer der Frostlande
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Ein altes Skaldenlied aus den Frostlanden: Es besingt die Werte der Nordleute und die Geschichte ihrer Jarltümer — so, wie die Skalden sie bewahren.

Dverga Blóð Kriegs- und Fahrtenlied · Schädelinsel
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Ein Kriegs- und Schifffahrtslied der Nordleute von der Schädelinsel — im Takt von Ruderschlag und Sturm.

Weitere Lieder erklingen, wo sie hingehören: die Ballade des Kronvolks im Vierten Buch, die Spottlieder der Tavernen bei den Gattungen.

Annalen

Die Zeitalter

Ein gerafftes Verzeichnis der Epochen, wie es die Chronisten zu Toodebaak halten.

  1. Zeitalter der Schöpfung

    Die Sechs erschaffen Lichterra

    Dolgrim, Nauron, Lux, Umbrox, Zephyra und Fae formen den Kontinent, die Sonne, den Mond, das Wetter und das Leben. Die ersten Sippen erwachen — Menschen (Zephyras Werk) und Zwerge (Dolgrims Werk).

  2. Zeitalter der Eintracht

    Frieden, dann Verrat

    Lichterra blüht. Die Götter geraten in Vergessenheit, während die Sterblichen einer neuen, namenlosen Macht huldigen. Was dann geschah, weiß heute kaum noch jemand — nur das Aeternium bewahrt die Wahrheit.

  3. Parallel · Anderwelt

    Erwachen, Krieg und das Opfer des Allvaters

    Jenseits des Schleiers erwacht der Allvater in der Leere und schafft die Anderwelt mit ihren Engeln. Zwist korrumpiert einige zu Dämonen und entfesselt den Krieg. Der Allvater öffnet Portale nach Lichterra und opfert sich in der Sonne — seine Arkanik durchwebt seither die Welt.

  4. Zeitalter der Götter

    Die Kulte erheben sich

    Die Sterblichen wenden sich den sechs Göttern zu. Göttermagie wird zur prägenden Macht. Aus den Wirren erhebt sich das Kaiserreich im Süden, und die Spannung zu Nordgrad beginnt zu glühen. Jeder Kult wetteifert um Gläubige.

  5. Heute

    Die lebende Chronik

    Die Schwarze Arkanik sickert durch die Portale. Spieler schreiben ihre Helden in das Buch. Jedes Abenteuer ist ein neues Kapitel — und keines ist je beendet.

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