Die Gelehrten Lichterras haben ihre Aufzeichnungen über das Wetter der Welt zusammengetragen, und das Erste Buch hat daraus ein neues Kapitel erhalten: die Meteorologie Lichterras.
Die pendelnde Sonne
Sonne und Mond stehen niemals zugleich am Firmament — in stetem Wechsel umkreisen sie die Welt, exakt vierundzwanzig Stunden für eine Runde. Doch ihre Bahn ist kein starrer Kreis: Die Winde der Zephyra lassen die Himmelskörper zwischen zwei Extremen pendeln. Die nördlichste Bahn der Sonne heißt Sommersonnenwende, die südlichste Wintersonnenwende — und zwischen beiden liegt der Sonnenkorridor, in dem es ganzjährig warm bis heiß bleibt. Alles außerhalb gehört den Schattenkorridoren: Dort wechseln die Jahreszeiten, und je weiter ein Land vom Sonnenkorridor entfernt liegt, desto kälter wird es. So einfach, so elegant erklärt sich das Klima einer ganzen Welt.
Vier Ströme, vier Küsten
Doch die Sonne ist nur die halbe Wahrheit. Die Meere Naurons tragen Wärme und Kälte an die Küsten: Der Drachenstrom wärmt den Südwesten, der Reinfeuerstrom die Westküsten, der Südstrom die Inseln des Freistaats — und der kalte Reifstrom zieht aus dem Nordosten die gesamte Ostküste hinab. Wo Reifstrom und Südstrom aufeinandertreffen, brauen sich Stürme zusammen; kundige Handelsgilden hingegen lassen sich von den Strömen tragen und sind schneller am Ziel als jeder Wind es erlauben würde.
Beide Erkenntnisse sind jetzt auch kartiert: Der Atlas zeigt zwei neue Karten — die Bahnen der Sonnenwenden mit ihren Korridoren und die vier großen Meeresströme.
Und am Rande der Chronik: Die Region, die einst „Nebelsümpfe" hieß, trägt fortan ihren wahren Namen — das Nebelmoor.